Herzlich willkommen 
in unserer Evangelischen Emmausgemeinde!

Wir sind eine evangelische Gemeindegruppe für deutschsprachige Christinnen und Christen, die in Moskau leben. Wir freuen uns auf Sie!

Pastor der Emmausgemeinde ist Christian Braune (Pastor / Kontakt). Frau Hofmanns Dienst in Moskau endete nach 6 Jahren zum 31.08.2021.  

Unser Kirchenvorstand (Vertrauensausschuss) leitet die Gemeinde.
Den Vorsitz hat Herr Sönke Lorenz inne. Stellvertretender Vorsitzende ist qua Amt Pastor Christian Braune.

Wenn Sie eine kurze Information zu unseren Veranstaltungen bekommen möchten, schicken Sie uns bitte Ihre Mailadresse. Sie erhalten dann regelmäßig unseren Newsletter per Mail.

F E S T S C H R I F T
ZUM 40. GEMEINDEJUBILÄUM IST UNSERE FESTSCHRIFT ERSCHIENEN. 
WIR SIND DANKBAR UND FREUEN UNS SEHR! HIER GEHT ES ZUM E-Book der Festschrift.


Jahreslosung 2022
Jesus sagt: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen." (Joh. 6,37)

T E R M I N E: Dezember 2021/Januar 2022

Herzlich Willkommen zu den Gottesdiensten der Emmaus-Gemeinde an der Deutschen Botschaft
(Ul. Mosfilmowskaja 56, 119285 Moskau) am Sonntag um 11.15 Uhr.

05.12.2021 2. Advent: Ein Geheimnis teilen

11.12.2021 Weihnachtsmarkt Peter-und-Paul-Kathedrale mit Konzert und Stand der Gemeinde  13:30 - 19:00 Uhr 

12.12.2021 3. Advent: Wo bleibst du?

Gottesdienst mit Pastor Fridtjof Amling 

19.12.2021 4. Advent: Am Anfang das Licht

24.12.2021 Weihnachten Gottesdienste um 15:30 Uhr mit Krippenspiel und um 17:00 Uhr (ohne Krippenspiel)

02.01.2022 Abendmahlgottesdienst zur Begrüßung des Neuen Jahres 

16.01.2022 Gottesdienst (09.01.2022 fällt aus) 

 

 

Ihr
Dr. Christian Braune, Pfr.

 

 

 


G O T T E S D I E N S T E

Update: Gottesdienst in der Botschaft wieder möglich  mit 2G/ ggfs. Test und max. 55 Personen

Wir haben kein eigenes Kirchengebäude. Unsere Gottesdienste und Andachten finden daher seit 40 Jahren in der Deutschen Botschaft Moskau, Ul. Mosfilmovskaja 56, statt (Gottesdienst). Im Gottesdienst wird in der Regel ein Kindergottesdienst angeboten (Kindergottesdienst). Nach dem Gottesdienst ist Kirchencafé in der Emmausbücherei.

Für den Einlass in die Botschaft bitte einen Lichtbildausweis, eine medizinische Mund-Nase-Maske, einen Impfnachweis gegen Covid oder einen Genesenennachweis mitbringen. Wir können auch einen Antigen-Schnelltest durchführen.

Download: Gottesdienstplan (PDF)


B E R I C H T E  A U S  D E R  G E M E I N D E

Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel

Krippenspiel in der Christvesper am Hl. Abend um 15.30 Uhr mit dem Titel: Auf dem Weg nach Bethlehem. Schüler:innen der DSM haben es im Weihnachtsgottesdienst lebendig und nachdenklich aufgeführt.
 

Spende für Kinder

Am 20. Dezember: Pastor Christian Braune übergibt 19.000 Rubel als Spende der Emmausgemeinde den Leiterinnen des heilpädagogischen Zentrums Moskau, das monatlich ca. 450 Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen und ihren Eltern medizinisch und therapeutisch hilft. Das Geld stammt aus zwei adventlichen Gottesdienstkollekten und dem Erlös aus dem Verkauf von Weihnachtsgebäck. Weil das HPZ in Wesentlichen von Spenden lebt, war die Freude groß.

 

 

Versöhnung über den Gräbern

 
Es herrschte eisiger Frost bei -20 Grad, als sich am Morgen des 9. Dezember russische und deutsche Vertreter verschiedener Suchorganisationen und Mitglieder politischer Einrichtungen 40 Kilometer ausserhalb von St. Petersburg unweit der Sinjawino-Höhen trafen. Während der Belagerung und Einkesselung der Stadt fanden dort erbitterte Kämpfe statt. Die Versammelten erlebten bewegende Momente. Übergeben wurden der russischen Seite die sterblichen Überreste eines jungen Rotarmisten, den die Suchmannschaft des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wenige Wochen vorher gefunden hatte. Die russische Suchgruppe "Heiliger Georgi" wiederum übergab wenig später dem Volksbund die Gebeine von fünf gefallenen deutschen Wehrmachtssoldaten, die ebenfalls jüngst geborgen werden konnten, damit sie auf der nur wenige Fahrminuten vom russischen Ehrenmal entfernten deutschen Kriegsgräberstätte Sologubowka im kommenden Frühjahr beigesetzt werden können.
 
 
Der hohe Schnee, das Weiß auf den Tannen und auf den vielen Kreuzen und Grabsteinen, die Stille und der Blick in die endlos weite Landschaft unterstrichen die Besonderheit dieser beiden beieinander liegenden Orte, die heute Stätten der Versöhnung und Begegnung ehemals verfeindeter Menschen sind.
 
Auf einem Tisch im Schnee, sorgfältig aufgestellt, der rote Sarg mit den sterblichen Überresten des Unterleutnants Anton Georgewitsch Trifonenkow, geboren 1905 in Leningrad, gestorben vermutlich 1943 bei dem Versuch, die Blockde Leningrads zu durchbrechen. Identifiziert werden konnte er, weil er seine "Medaillonkapsel", auf der auf einem Pappröllchen sein Name, sein Rang und sein Geburtsdatum stand, bei sich trug. Nachforschungen ergaben, dass seine Frau evakuiert wurde und seitdem verschollen ist, das gemeinsame 2-jährige Kind während der Blockade verhungerte und sein Bruder bei einem Angriff der Wehrmacht ums Leben kam. Mit einem Mal bekam das Grauen des Krieges einen Namen und ein Gesicht und eine Geschichte, ein menschliches Gesicht und eine menschliche Geschichte. Der orthodoxe Priester Wjatscheslaw Charinow sang die Totenliturgie und segnete Anton. Wir standen Spalier, als der kleine Sarg in einer feierlichen Zeremonie zum Fahrzeug der Suchorganisation getragen wurde. Beigesetzt wird Anton Trifonenkow im Frühjahr auf dem Friedhof seines Heimatdorfes Myschkino.
 
 
Dann sind wir weitergefahren zum deutschen Soldatenfriedhof Sologubowka. Auf fünf schwarz verkleideten Tischen lagen die Särge mit den sterblichen Überresten der Gefallenen. Eine Erkennungsmarke, stark zerstört und nahezu unleserlich, wurde nur bei einem Toten gefunden. Die Namen der Gefallenen, ihr Herkommen, wovon sie geträumt und was sie gehofft haben, wovor sie sich fürchteten und nach wem sie in ihrer Todesangst gerufen haben, das alles ist unbekannt. Die stellvertretende Konsulin aus St. Petersburg, Ute Kaztsch-Egli, sagte: "Die Gräber der 54.000 deutschen gefallenen Soldaten, die hier in Sologubowka beerdigt sind und zu denen die fünf gefundenen Soldaten gebettet werden, erinnern uns daran, wie die jungen deutschen Soldaten von einer menschenverachtenden Ideologie missbraucht und schließlich ins Verderben gestürzt wurden. Nie wieder darf so etwas geschehen!"
 
 
Leichter Schneefall setzte ein. Ich habe bis zu diesem Augenblick nicht wirklich gewußt, was ich sagen sollte. Was kann man mit Worte sagen? Ich habe dann gesagt: " Ein wenig ist dieser Moment, in dem die Toten in unserer Mitte sind, wie ein Nachhausekommen. Ein wenig ist es so, dass wir ihnen etwas Wärme durch unsere Nähe und unsere Anteilnahme geben können. Auch wenn wir ihre Geschichte nicht kennen, vertrauen wir darauf, dass sie geborgen bleiben im schöpferischen Grund des Lebens. Und wer immer mit dem Gedanken spielt, mit Gewalt drohen zu wollen und Krieg als Mittel der Auseinandersetzung für möglich zu halten, soll vorher hierher kommen und auf das Gräberfeld schauen und lernen..." Dann haben wir alle, Russen und Deutsche, das Vaterunser gebetet und ich habe jeden einzelnen Toten gesegnet: " Gott schenke dir die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte dir!" Als ich das Kreuzzeichen auf jeden Sarg gezeichnet habe, war es im frischen Schnee für einen Augenblick. Beigesetzt werden die Gefallenen im Mai des kommenden Jahres.
 
 
Im Augenblick ist das russisch-deutsche Verhältnis belastet und es wächst die Mauer des Schweigens und der gegenseitigen Verdächtigungen. Es ist ein starkes und hoffnungsvolles Zeichen, dass es Menschen unterschiedlicher Prägung, Sprache und nationaler Zugehörigkeit gibt, die die Verbundenheit von Deutschen und Russen gerade in diesen Zeiten leben. Wir sind dankbar, dass wir dabei sein durften.
 
Christian Braune